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Peru – Aguas Calientes, Machu Pichu und Dreckbrühe

Das Highlight in Peru – Aguas Calientes und Machu Pichu

Wir fahren von Cusco aus ca. 1,5 Stunden mit dem Collectivo nach Ollantayambo. Nach der Ankunft in Ollantayambo läuft man durch eine kurze, breite Straße, an der es rechts und links Souvenir und Essensstände gibt. Mit dem Papierticket und dem Reisepass durchqueren wir das “Gate” in Form von einem Wärter, der die Papiere alle kontrolliert, damit sich kein Schwarzfahrer einschleicht.

Es dauert noch eine gute halbe Stunde, bis der Zug abfährt. Wir bewundern die Gegend in der wir uns befinden, hohe Berge um uns in dem kleinen Tal wo wir uns befinden, ein alter Inka-Zug (steht jedenfalls drauf) und Peru Rail, der Touristenzug, mit dem wir fahren werden.

Kurze Zeit später geht es auch schon los, wir haben Platzkarten und verstauen die Koffer am Eingang, da ist genug Platz. Die Fahrt nach Aguas Calientes soll gut 2,5 Stunden dauern. Es wird Tee, Kaffee und Inka Cola ausgegeben und kleines Gebäck sind auch im Preis enthalten.

Ich freu mich so auf Machu Pichu, man hat im Vorfeld so viele Fotos angesehen und den Reiseführer gelesen, aber letztlich ist es dann doch anders, wenn man selbst an einem so unglaublichen Ort steht.

Wir kommen gegen frühen Nachmittag in Aguas Calientes an, Christopher bei dem wir uns in sein erst zwei Wochen zuvor eröffnetes Hotel eingebucht haben, steht auch schon da um uns abzuholen. Es regnet, schöner warmer Regen. Und das spürbar deutlich tropische Klima ist eine wahre Wohltat für unsere gereizten Schleimhäute. Diese haben bislang auf der Reise ganz schön gelitten durch die fast durchgehende trockene und staubige Luft. Aguas Calientes liegt direkt an der Regenwaldgrenze. Schön warm hier. Fast wie zu Hause im Sommer. Woran erkennt man, dass es Sommer wird in Deutschland? – Der Regen wird wärmer;D

Wir checken ein und erfahren, dass Christoph aus Frankreich stammt. Er hat lange Zeit in der IT Branche gearbeitet und ist dann komplett ausgestiegen. Zwei Wochen zuvor hat er dann endlich sein Hotel eröffnen können. Er sagte, er hatte sehr viel Unterstützung und die Peruaner sind wirklich freundlich. Er machte einen zufriedenen und glücklichen Eindruck. Er hat sich einen schönen Platz ausgewählt. Und er gibt sich sehr viel Mühe. Die Zimmer sind echt schön, und jedes hat sogar einen Balkon. Das Hotel heißt Panorama B&B in Aguas Calientes, es ist übrigens nur 3 Minuten Gehweg zur Busstation, an der morgens die Busse zu Machu Pichu fahren: Sehr Empfehlenswert! Und das Frühstück ist super.

Wir machen uns auf um das wirklich nicht sonderlich große Örtchen zu erkunden. Hier muss man gut zu Fuss sein, denn der Ortskern von Aguas Calientes liegt an einem Hang und die “Einkaufszone” zieht sich auch den Berg hoch.

Christoph empfiehlt uns das Restaurant Indio Feliz, es steht auch im Reiseführer. Das ist ein Franzose (wen sonst sollte Christopher empfehlen;) und es lohnt sich wirklich! Wirklich! Sehr tolles Essen und die Atmosphäre ist einfach bezaubernd, überall kleben Visitenkarten in den Räumen mit Holzverkleidung, einfach Urgemütlich. Wenn man das Menü wählt (62 Soles), bekommt man eine Vorspeise, einen Hauptgang und einen Nachtisch gereicht. Anbei einige Impressionen:

Wir gehen recht früh schlafen, da wir am nächsten Morgen planen, den Fussweg zu Machu Pichu zu nehmen. Den Wecker stelle ich auf halb 5, eigentlich überhaupt nicht meine Zeit, aber die Aussicht auf einen tollen Sonnenaufgang vor dem Hauptansturm ist doch zu verlockend. Ausserdem bin ich aufgeregt was uns erwartet und ob es so ist, wie man sich die Anlage vorstellt. Ich schleiche mich zum Balkon um zu sehen, wie das Wetter ist. Es scheint trocken zu sein, sehr gut, das war unsere Hauptsorge. Bei Regen wäre das kein Spass geworden. Ich sehe schon vereinzelt kleine Gruppen losgehen. Christopher bietet auch das Frühstück viel eher an auf Wunsch, weil er ja weiß, dass die meisten sich sehr früh auf den Weg machen.

Wir frühstücken und entscheiden uns spontan, doch lieber den Bus zu nehmen. Das war im Nachhinein auch die beste Entscheidung, wir haben etliche Leute gesehen vor dem Eingang zu Machu Pichu, die am Eingang schon Klatschnass waren von dem 6-7 km Aufstieg nur bis dahin! Wir laufen die 3 Minuten zum Bus, kaufen ein Ticket und reihen uns ein. Die Busse fahren im Minutentakt. Wir warten vielleicht 15 Minuten und schon gehts los. Die Aufregung steigt! Der Bus schlängelt sich die Serpentinen hoch, vereinzelt sehen wir Leute, die sich zu Fuss auf den Weg gemacht haben. Oh my Buddha, bin ich froh, dass wir den Bus genommen haben! Serpentinen zu fahren ist nicht meine große Leidenschaft, aber irgendwie überstehe ich auch diese Fahrt.

WICHTIG! Eintritt bekommt ihr nur, wenn ihr vorher ein Ticket gekauft habt, zusätzlich müsst ihr Euren Reisepass dabei haben. Die Einlasser verstehen hier wirklich keinen Spass, ohne Ticket und Reisepass kein Einlass!

Da wir ein Zusatzticket für den Montana Machu Pichu gelöst haben, wollen wir den natürlich auch nutzen! Dort werden nur Leute hochgelassen zwischen 7 und 11 Uhr morgens, maximal 4oo an der Zahl. Wir stehen 10 Minuten vor 7 am “Gatter” , vor uns vielleicht 12 Personen. Wir sind in der Nebensaison unterwegs, das ist auch gut so. Wir haben uns entschlossen, direkt morgens den steilen Aufstieg zu machen, da durch die tropische Hitze die Sonne doch recht knallt und man nicht in der Mittagshitze oben auf dem Berg ist. Zudem kommt, dass man morgens bessere Fotos macht als zur brütenden Mittagssonne. Weise Entscheidung, wir tragen uns ins Büchlein ein.

Beim Abstieg muss man sich auch wieder austragen, sonst wird ein Suchtrupp losgeschickt. Spätestens 14:30 müssen alle wieder vom Berg sein. Wir laufen noch gemütlich zusammen los, machen hier und da Fotos, aber irgendwann hat jeder sein eigenes Tempo und ehe ich mich versehe, war keiner mehr hinter mir. Ich komme als erste Frau an dem Morgen oder 3. Person oben an nach einer guten Stunde, völlig fertig aber Glücklich, es geschafft zu haben. Der Weg ist schon ganz schön heftig, zumal man jedesmal denkt, oh jetzt bin ich gleich da und noch eine Biegung und noch mehr Treppchen, die man irgendwann nicht mehr als Treppchen bezeichnen kann. Am Wegesrand entdecke ich immer wieder schöne “Bilder”. Zeit für ein Foto habe ich immer, das muss sein!

Geschafft! Impressionen vom Aufstieg und Bilder von “oben”:

Der Weg runter war leider schlimmer als Hoch, jetzt war ich die Bummelletzte! Nicht zuletzt, weil meine Höhenangst nun erst recht zugeschlagen hat, ich sehe, wo ich morgens hochgestampft bin.. Jetzt weiß ich auch, warum man sich in das Büchlein ein und wieder austragen muss, vor Jahren ist schon mal ein Touri abgestürzt. In diese Statistik muss ich nicht rein. Ich krabble zum Teil auf allen vieren runter. Sieht schön bescheuert aus, is mir aber egal. Jede Menge Touristen kommen uns nun entgegen, wieder einmal fühlen wir uns bestätigt, die Tour gleich direkt morgens gemacht zu haben. Ich mag gar nicht an das Gedränge denken, was gleich auf dem Gipfel herrschen wird. Mein Abstieg dauert nur zwei Stunden..

Wir tragen uns aus dem Büchlein aus und laufen wieder an den Hauptweg. Nach Links geht es in die eigentliche Anlage, rechts zum Sonnentor. Ach, wenn wir schon mal hier sind, können wir doch mal eben das Sonnentor mitnehmen! Mal eben! Gut, dass auf dem Plan weder Entfernungen noch Zeitangaben aufgemalt sind. Der Weg zum Sonnentor hoch dauerte auch nochmal locker zwei Stunden Hin- und Rückweg und alle die uns entgegen kamen- only 5 minutes… den Spass erlauben wir uns auf dem Rückweg auch! Frechheit:D Ich weiss nicht, ob wir dahin gelaufen wären, hätten wir es vorher gewusst. Manchmal ist es eben doch gut, wenn man solche Sachen vorher nicht weiß.

In der kompletten Anlage gibt es übrigens keine Toiletten, also schwitzt man am besten alles aus *hihi*

Zurück in der “Hauptanlage” schleppen wir uns nur noch so durch. Wir sind schon so fertig vom Auf- und Abstieg auf den Montana Machu Pichu und das Sonnentor. Ich merke jetzt schon, das gibt fette Muskelmiez! Und jetzt noch ein paar Bilder von der Anlage:

Nicht vergessen: den Ausreisestempel:)

Ausreisestempel Machu Pichu

Wir sind sehr froh, dass wir 2 Nächte in Aguas Calientes haben, so haben wir am Tag dazwischen alle Zeit der Welt für die Anlage. Wir haben einige “Tagestouristen” kennen gelernt, die morgens Anreisen, durch die Anlage hetzen und Nachmittags wieder zurück fahren. Das wird erst recht spürbar, als ab 14.oo die Anlage deutlich leerer wird. Wir schaffen es noch bis ca. 16.oo uns noch durch den Rest zu schleppen, die Anlage ist extrem weitläufig. Zusätzlich diese ganzen Stufen.. grrr..die nächsten Tage kann ich echt keine Treppen mehr sehen. Zurück mit dem Bus in Aguas Calientes, sind Dan und ich der Meinung, jetzt müssten wir noch die heißen Quellen ausprobieren. Soweit – so gut.

Im Reiseführer habe ich bereits gelesen, dass diese Quellen dem Ort den Namen gaben. Ausserdem, dass diese Quellen ab spätem Mittag immer unappetitlicher werden..weil das Wasser nur morgens getauscht wird. Ich muss sagen, das kann ich nur bestätigen.

Der Weg dahin war schon sehr anstrengend, nach der Tour durch Machu Pichu waren wir einfach nur noch kaputt. Ich weiß gar nicht, was uns bewogen hat, trotzdem dort reinzugehen. Vielleicht die Aussicht auf Muskelmiezschmerzlinderung? Die 10 Soles Eintritt kann man sich wirklich sparen. Es sei denn, man geht direkt morgens (die Anlage öffnet um 5 und hat bis 23.oo geöffnet). Aber wer will morgens schon in so ein Bad? Obendrein gibt es keine extra Duschen, diese befinden sich direkt neben den Becken. Und um seine Sachen wegschliessen zu lassen, zahlt man auch nochmal 1 Soles. Einige Frauen sind dort nur mit Unterwäsche reingegangen. Ihr könnt Euch also vorstellen, warum das Wasser so aussieht, wenn alle vorher die Machu Pichu Tour gemacht haben. Ich muss ja gestehen, dass, als wir das Wasser gesehen haben, wir uns auch die Dusche vorher erspart haben, aber das denken sich die anderen wahrscheinlich auch alle:) BÄHHHHH

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