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Bolivien – Copacabana, verlorene Wetten, unterschätzte Entfernungen

By Peggy / 18. November 2014

Durch einen Bericht über die Copacabana, den ich lange vor dieser Reise im Fernsehen gesehen hatte, stand für mich fest, da will ich auch hin. Auf unserer Reise durch Peru ist es dann auch so weit, wir nehmen uns die Zeit für einen Abstecher:) an die Copacabana – Yeah. Sofort fällt mir der Song von Barry Manilow ein: Copa- Copacabanaaaa:o) ..den Dan und ich zum Leidwesen aller Beteiligten fortlaufend anstimmen. Aber so ist das mit Ohrwürmern. Atemlos!

Wir nehmen einen Bus ab Puno und fahren über die Südroute mit Perutravel, das kostet für die 142 km 20 Soles (das sind knapp 5,50 Euro), die Reisedauer beträgt zwischen 2,5 und 3 Stunden inklusive Grenzabfertigung. Nach gut 2 Stunden erreichen wir die Bolivianische Grenze. Alle müssen aus dem Bus aussteigen, sich den Ausreisestempel holen, dann durch ein Tor laufen und die Einreiseprozedur hinter sich bringen. Die empfohlenen Gelbfieberstempel im internationalen Impfausweis interessieren hier keinen. Ich hätte zu gerne gesehen, wie der Stempel von einer Baufirma in Uli`s Impfausweis angekommen wäre.

Es ist nicht viel los, und so erhalten wir chillig unsere Papiere und freuen uns auf die Copacabana nachdem wir hinter dem Grenztor wieder unseren Bus besteigen. Irgendwie aufregend, wenn man sich in Europa bewegt, sind Grenzen (aktuell ist das so und ich hoffe es bleibt dabei) nur noch auf den Landkarten oder Googlemaps zu finden. Ich jedenfalls freue mich riesig auf das bunte 5000 Seelen Örtchen am Titicacasee:) und hoffe, dass es genau so ist, wie ich mir das vorgestellt habe.

Wir kommen an, es ist blauer Himmel und Sonnenschein, wie fast die ganze Zeit auf unserer Reise, einfach Traumhaft! Und es ist noch schöner, als ich es mir vorgestellt habe. Ich freu mich so! Die Copacabana in Bolivien ist so bunt, es ist ein kleines 5000 Seelen Städtchen, das hauptsächlich vom Tourismus lebt. Dieser Tourismus ist zwar nicht der den wir jetzt kennen, sondern jeder gläubige Bolivianer, der sich ein neues Auto kauft, kommt danach an die Copacabana zur Autotaufe an die Basilika. Am Wochenende ist der Andrang ganz besonders groß.

Der Ort gilt in Bolivien als der bedeutendste Wallfahrtsort und das ist spürbar. In der Basilika befindet sich eine ein Meter hohe Figur der  „Dunklen Jungfrau“ bzw. Virgen Morena, auch Virgen de Copacabana genannt. Die Figur wurde 1576 aus dunklem Holz geschnitzt und hat eine Krone aus purem Gold. Diese Figur gilt auch als Schutzheilige für den Titicacasee.

Als wir mit dem Taxi (was wir eigentlich nicht benötigt hätten, denn soweit war das Onkel Inn nicht weg) zum Hotel fahren entlang der Copacabana, sagte Claudia, 100 Soles für denjenigen, der in den Titicacasee springt… Arme Claudia, sie konnte ja nicht ahnen, dass Uli und ich bereits im Vorfeld darüber gesprochen haben, dass wenn wir schonmal da sind, auch da rein müssen. Et voila ;D und schon war sie 200 Soles los. Entschuldigung;)

Das Onkel Inn Hotel ist übrigens echt toll, alle haben vorne raus den Blick auf den Titicacasee dank großer Panoramafenster. Ein super Frühstück war auch inklusive und es hat sehr freundliches Personal.

Wir lassen uns den Weg zum Cerro Calvario (3966 m) vom Besitzer des Hotels erklären. Bis zum Sonnenuntergang sollten wir das schaffen. Leider finden wir Navigationsexperten den Aufgang nicht, und kurze Zeit später kommen wir einfach nicht weiter, was als Weg begann, Endete irgendwann auf halber Strecke zum Gipfel. Es wurde einfach zu steil für uns. Trotzdem ein schöner Ausblick. Übrigens, wenn man sich hier Nachts bewegt, benötigt man etwas abseits auf jeden Fall eine Taschenlampe, es gibt so gut wie keine Lichtverschmutzung und die Sterne sind zum greifen nah und wunderschön.

Am gleichen Abend haben wir einen Ganztagesausflug zur  Isla del Sol gebucht, es gab 3 Optionen: Auf dem Südzipfel wandern und das Boot zurück nehmen, bis zum Nordzipfel mit dem Boot fahren, 2 Stündchen den Norden ansehen und dann mit dem Boot in den Süden fahren und Variante 3- Hardcore: Mit dem Boot in den Norden fahren, über die Insel (7 km lang) wandern und das Boot im Süden dann zurück nehmen. 3x dürft ihr raten, für welche Option wir uns entschieden haben..

2 Stunden dauert die Bootsfahrt von der Copacabana bis zur Isla del Sol, wir steigen im Norden aus, nehmen uns einen Guide, der uns die Spuren zeigt, wo der Sonnengott seine Fußspuren hinterlassen hat, und er erklärt uns Flora und Fauna anhand seiner Karte. Das dauerte ca. 1 Stunde, dann machten wir uns auf den Weg Richtung Süden. Auf der Insel gibt es 3 „Mautstationen“ wo man jeweils nochmal 10-15 Bolivianische Bolivar zahlen muss (ca.1,50 €), insgesamt 45 Bolivianische Bolivar, damit man die Insel bewandern darf.

Die Wanderung an sich war sehr anstrengend, zum einen unterschätzt man, dass auf 4000 Meter die Luft doch ganz schön dünn ist und zum anderen gibt es auf der Insel keinen Schatten, und die Sonne brennt ganz schön runter. Karge Landschaft aber doch irgendwie Surreal. Durch das Tiefblaue Wasser des Titicaca Sees und die Anden am Horizont sehr spektakulär. Immer wieder haben sich neue, tolle Bilder aufgetan.

Wir wurden gegen 11 abgesetzt und sollten 15:30 wieder im Süden sein, da das Schiff dann zurück fährt. Anstrengend, und ohne zu wissen, dass dies in der Zeit für „ungeübte“ nicht zu schaffen ist, kommen wir natürlich viel zu Spät an. Das Boot hatte bereits abgelegt und kehrte unter großem Protest wieder um. Schliesslich waren wir nicht die Einzigen, die es nicht geschafft hatten! Ein Pärchen hatte sich sogar so verlaufen, dass sie auf der falschen Seite abgestiegen sind. Aber für jede Lösung ein Problem, sie haben kurzerhand ein kleines Fischerboot gechartert und sich dann auf dem See zum Schiff bringen lassen. Man muss sich nur zu Helfen wissen, ausserdem wissen die Einwohner wahrscheinlich schon, dass das nicht so selten vorkommt.

Wir haben uns an der Stelle absolut überschätzt, auf 4000 Metern sind Entfernungen nicht das gleiche wie „am Boden“. Als ich am Abend auf meinen Kilometerzähler schaue, hatten wir gute 15 km auf dem Tacho, das ist bei 4000 Meter schon ganz ordentlich. Das haben wir auch gemerkt, zurück an der Copacabana, haben wir noch etwas gegessen und sind schön kaputt ins Bett gefallen.

Fazit: Auf der Reise war das mein persönliches Highlight, für mich kommt das sogar noch vor Machu Pichu, aber da dieses Highlight in Bolivien liegt, kann man das guten Gewissens sagen;) Das ist ein Must-See auf der Reise durch Peru mit Abstecher an die Copacabana, und wer sich die Zeit nimmt, sollte sich dieses Dörfchen nicht entgehen lassen! Bolivien ist übrigens noch etwas günstiger als Peru, also falls ihr vorhabt, Euch Mützen, Handschuhe oder sonst welche Strickwaren zuzulegen, ist in Bolivien die Gelegenheit dazu umso besser.